Die Qual der Wahl - Schuleinschreibung

February 8, 2019

Die Woche vor der Schuleinschreibung war eine nervenaufreibende Zerreissprobe.

Ein Auf und Ab in meinen Gefühlen als Mama.

Da wir mit unseren Kindern in Wien wohnen hatten wir bei den Volksschulen die Qual der Wahl.

Manche würden sich die Qual der Wahl am im ländlichen Bereich Österreichs wünschen.

Ich kann nur sagen das die Auswahl es nicht unbedingt leichter macht.

Woher soll ich vorab wissen was das Beste für unseren Sohn ist?

 

In Wien kann man generell zwischen Regelschule in Halbtagsform, Regelschule in Ganztagsform, privaten Volksschulen oder alternativen Schulformen wie den Montessori, Waldorf und Elternverwalteten Volksschulen entscheiden.

 

Wenn man allerdings spät dran ist so wie in unserem Fall, weil es doch nichts mit einem geplanten Umzug wurde und wir fast alle „Tag der offenen Tür“ Veranstaltungen der Schulen nicht besucht haben dann bleibt nur mehr eines. 

Informationen und Empfehlungen von Freunden, Bekannten und übers Internet einholen.

 

Für alle alternativen Schulen waren wir so kurzfristig viel zu spät dran.

In Wien kann das eigene Kind nur in einer Schule eingeschrieben werden.

Wenn dort dann kein Platz mehr frei ist wird das Kind einem Schulsprengel im Bezirk zugeteilt.

Das bedeutet in manchen Schulklassen die nur so ca. 7 Plätze frei haben vertrauen, vertrauen, vertrauen!

Zwischen März- Mai bekommt man dann eine Zu- oder Absage für den Schulplatz.

 

Die nächste Frage die ich mir zu stellen hatte war die der Halbtags oder Ganztagsform.

Mal ganz ehrlich.

In Wien Kinder groß zuziehen und sie früh vom Kindergarten abzuholen oder früh von der Schule abzuholen bedeutet gesellschaftliche Einschränkung die zur Vereinsamung führen kann. Mit früh meine ich 13:00 oder 14:00 Uhr.

Viele Jahre habe ich mein Bestes gegeben um meinen Kindern so viele Freiräume wie möglich einzuräumen.

Das führte zu großer Einsamkeit bei mir als auch bei meinem heute 6-jährigen.

Auf den Spielplätzen ist erst ab frühestens 16:00-17:00 etwas los und Kinder in seinem Alter sind auch nur Nachmittags und Abends anzutreffen.

Die natürlichen Spiel und Freiräume die wir als Kinder früher hatten gibt es so nicht mehr.

 

Da stellt sich also bei der Schuleinschreibung nicht nur die Frage nach der Pädagogik und der Halbtags- oder Ganztagsbetreuung sondern auch nach der sozialen Interaktion für mein Kind.

 

Um für mich herauszufinden welche Schule es werden würde habe ich folgende Kriterien gegenübergestellt.

 

Stundenanzahl im Kindergarten pro Woche

Stundenanzahl in der Schule+ Nachmittagsbetreuung pro Woche 

Stundenanzahl der Zeit die ich mit meinen Kindern verbringe.

Essen in der Schule/oder nicht

Hausaufgaben in der Schule/oder nicht

Soziale Interaktion

Entfernung der Schule

Lernform der Schule

Ruf der Schule

Sicherheit des Schulwegs

Aufnahme in der Schule sicher/unsicher

Entfernung zum Kindergarten d. Tochter

Ruhezeiten

Lehreranzahl

Angebote

Nachmittagsbetreuung Schule/Hort/Familie

 

Diese Überlegungen habe ich in eine Liste eingetragen und so die Schulen meiner Wahl miteinander verglichen.

Alles was mühsam oder schwer gehen würde habe ich farblich angestrichen und so war dann ziemlich schnell klar, welche Schulvariante für meinen Sohn als auch für uns die Beste sein würde, zumindest aus heutiger Sicht ;)

Diese einfache Übersicht hat mir sehr geholfen um Klarheit zu bekommen aber auch Gespräche mit Freunden die ihre Kinder bereits eingeschult hatten waren eine große Hilfe in der Auseinandersetzung mit der Schulform.

 

Und wären diese ganzen Überlegungen nicht schon genug, löste die Schuleinschreibung auch innerlich ganz schön viele Themen aus.

Als Mama wurde mir in dieser Woche ganz stark bewusst, wie schwer dieses Loslassen ist und wie sehr es einem Abschied gleicht.

Ich empfand Trauer über den Abschied dieser so rückblickend freien Zeit, ich empfand Aufregung, Ängstlichkeit über etwas Neues das anbricht, ich empfand Scham über Fehler die ich gemacht hatte und die unwiederbringlich waren und ich empfand Mama Herzschmerz über meinen kleinen Jungen der jetzt in die Schule kommt und dem ich jetzt so viel zutrauen muss und wieder ein Stückchen mehr loslassen muss.

 

Es braucht ein großes Vertrauen in die Fähigkeiten unserer Kinder, in unsere Fähigkeiten, in die Fähigkeiten der Lehrer, ein Vertrauen in das Leben und auf Gott das er mein Kind gut versorgt und begleitet.

 

Abschließend möchte ich sagen.

Es muss für euch alle passen. Nicht nur für dein Kind, nicht nur für dich…für euch alle!!

Die Zeit die die Kinder mit uns verbringen ist auch sehr prägend und wir können Kreativität, Freiräume, Ruhezeiten, Herzens Momente und was auch immer uns ganz individuell wichtig ist in diese Zeiten mit einfließen lassen.

 

 

 

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